Finanzen | Koalitionsvertrag
Höhere Eigenkapitalanforderungen

 In Arbeit SPD Wahlprogramm Koalitionsvertrag

"Die im Rahmen der europäischen Umsetzung von Basel III vereinbarten strengeren Eigenkapital- und Liquiditätsstandards für Banken müssen in den vorgegebenen Zeitplänen konsequent umgesetzt werden. Dazu gehören auch eine verbindliche Schuldenobergrenze (Leverage Ratio), die den Risikogehalt der Geschäftsmodelle angemessen berücksichtigt, und eine verbindliche, mittelfristige Liquiditätskennziffer. Bei der Erfüllung der zusätzlichen Kapitalanforderungen müssen öffentliche Eigentümer beihilferechtlich anderen Eigentümern gleichgestellt werden. Entsprechende Maßnahmen zur Erfüllung der von der Aufsicht festgelegten Eigenkapitalanforderungen für öffentliche Banken dürfen nicht als Beihilfen gewertet werden."

Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD S. 62


Laut Bundesbank haben die deutschen Banken ihre Eigenkapitalpuffer verstärkt

Laut einem Bericht der Bundesbank vom September 2014 haben die deutschen Banken ihr Eigenkapital zur Risikoabsicherung verstärkt und sind auf gutem Weg, die Basel III Vorgaben zu erfüllen. Die Bundesbank schreibt,

"[D]ie acht größten international tätigen deutschen Banken [haben] ihren Kapitalbedarf zum 31. Dezember 2013 innerhalb eines halben Jahres halbiert. Rechnerisch hätten sie noch 2,5 Milliarden Euro benötigt, um bereits jetzt die ab 2019 verbindliche Zielquote für das harte Kernkapital zu erreichen."

Die Basel III Regulierungen schreiben ein Leverage Ratio von 3% vor, d.h., dass

"Banken ihre Bilanzsumme künftig mit mindestens 3 % Eigenkapital unterlegen müssen. Das begrenzt ihre Verschuldung, da ihre Bilanzsumme im Umkehrschluss nicht über das 33,3-fache des Kernkapitals hinausgehen darf. Die großen deutschen Banken kommen hier derzeit auf 2,7 %".

Umsetzung der Basel III Regelungen gestaffelt bis 2018

Da sich die Umsetzung der Basel III Regelungen bis 2018 ziehen soll, werden wir dieses Wahlversprechen vorläufig als "In Arbeit" werten. Die Bundesregierung konnte Ausnahmen für Sparkassen und andere öffentliche Banken sichern, schreibt das Handelsblatt und die Bundesbank.

Diese Institute müssen ihre Beteiligungen an anderen Kreditinstituten nicht von ihrem Eigenkapital abziehen, da es sich um einen engen Verbund handele, der auch in einer Krise weiter bestünde.


Du bist anderer Meinung oder gibt es neue Entwicklungen, die dieser Bewertung widersprechen? Diskutier mit!

comments powered by Disqus