Finanzen | Koalitionsvertrag
Leichtere Kredite für Unternehmen

 In Arbeit Koalitionsvertrag

"Außerdem sollten die Möglichkeiten des Kreditzugangs für kleine und mittlere Unternehmen wirksam verbessert werden. Auch hier kann die Europäische Investitionsbank in Zusammenarbeit mit den nationalen Förderbanken helfen. Mit diesem Instrumentenkasten sollen die wirtschaftliche Entwicklung gestärkt, die Beschäftigung erhöht und die Fragmentierung der Finanzmärkte in Europa reduziert werden."

Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD S. 159


Deutschland und die EU fördern kleine und mittelständische Unternehmen in Europa - mit ungewissem Ergebnis

Laut dem Wirtschaftsministerium soll der Zugang zu Krediten für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) besonders gefördert werden. Das europäische COSME Programm (EU programme for the Competitiveness of Enterprises and Small and Medium-sized Enterprises, also EU Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und KMUs) hat dazu von 2014 - 2020 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Etwas mehr als das Vorgängerprogramm. Mit diesen Geldern können Darlehen kleiner Unternehmen besichert werden, die selbst nicht über ausreichend Sicherheiten verfügen, schreibt das Wirtschaftsministerium.

Die Europäische Investitionsbank fördert ebenfalls KMUs und schreibt, sie habe in den ersten 9 Monaten des Jahres 2014 11,7 Milliarden Euro zugesagt um KMUs den Zugang zu Kapital zu erleichtern.. Am 22.10. folgten noch einmal Zusagen über 2,9 Mrd Euro.

Im Jahr 2013 haben die Europäische Investitionsbank und der Europäische Investitionsfond insgesamt 21,9 Mrd Euro für KMUs zur Verfügung gestellt.

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat Deutschland selbst spanischen und griechischen KMU Kapital zur Verfügung gestellt. Die staatliche spanische Investitionsbank ICO erhielt 2013 800 Mio Euro und 2014 noch einmal 200 Mio Euro, griechische KMUs haben als Teil der "Institution for Growth" 100 Mio Euro Kapital von der KfW bekommen.

Im Jahr 2013 haben besonders griechische, spanische und italienische KMUs beklagt, dass der schlechte Zugang zu Kapital ihr größtes Problem sei. Während sich die Situation in Spanien und Portugal leicht entspannte, war in Italien und Griechenland noch keine Besserung zu erkennen.

In Griechenland, Spanien und Italien leiden Firmen besondern an schlechtem Zugang zu Kapital (Quelle: EZB)

Bis auf weiteres werten wir das Versprechen als "In Arbeit". Die ergriffenen Maßnahmen scheinen aber bisher zu keiner nachhaltigen Verbesserung für die Unternehmen v.a. in den europäischen Krisenländern geführt zu haben. Also für die Unternehmen, auf die sich der Wirtschaftsaufschwung in der europäischen Peripherie stützen sollte. Die EZB erhebt die SAFE Statistik (Survey on the access to finance of enterprises zweimal jährlich für die Eurozone und wir werden das Wahlversprechen überprüfen, wenn neue Daten vorliegen.


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